Worpsweder Literaturtage 2026
04. bis 10. Mai 26

Die ersten Worpsweder Literaturtage sind erfolgreich zu Ende gegangen – und die Stiftung Worpswede kann auf ein gelungenes Festival zurückblicken. Mit mehr als 800 Besucherinnen und Besuchern stieß die Premiere auf großes Interesse und erhielt durchweg positive Rückmeldungen.

Mit seiner Mischung aus Büchermarkt, Buchcafé, Lesungen und Poetry Slams beschritt das siebentägige Festival neue Wege. Gerade diese Vielfalt kam bei den Besucherinnen und Besuchern besonders gut an. Das abwechslungsreiche Programm lud zum Stöbern, Entdecken und zum persönlichen Austausch mit Autorinnen und Autoren ein und machte die Literaturtage zu einem lebendigen Treffpunkt für Literaturbegeisterte.

Die stiftungseigene historische Bötjer’sche Scheune im alten Ortskern von Worpswede sorgte als Hauptveranstaltungsort für eine besonders stimmungsvolle Atmosphäre. Darüber hinaus verlieh der Open Space an der Kunst- und Kulturmeile Bergstraße zwei der Lesungen mit seinem besonderen Ambiente einen eigenen, unverwechselbaren Charakter.

Den Auftakt des Festivals gestaltete am Montagabend Moritz Rinke mit Texten aus der Gegenwart und der Erinnerung an seine Kindheit im Künstlerdorf. Die Lesung des aus Worpswede stammenden Autors und Dramatikers stieß auf so großes Interesse, dass die Plätze in der Scheune nicht ausreichten und ein Teil des Publikums vor dem Gebäude Platz nehmen musste. Durch zusätzliche Bestuhlung und eine Lautsprecherübertragung konnten jedoch auch die Besucherinnen und Besucher im Außenbereich die Veranstaltung verfolgen.

Am darauffolgenden Dienstag erlebten die zahlreichen Gäste einen mitreißenden und höchst unterhaltsamen Poetry-Slam-Abend. Durch das Programm führte Sebastian Butte, der seit vielen Jahren die Poetry-Slam-Reihe „Slammer Filet“ in Bremen sowie Veranstaltungen an zahlreichen Orten in Niedersachsen organisiert. Gemeinsam mit ihm standen die Slammerinnen und Slammer Matti Linke aus Hannover, Ragna Miller aus Bremen, Simeon Buß sowie Janina Mau auf der Bühne. Mit ihren ebenso pointierten wie humorvollen Beiträgen begeisterten sie das Publikum und sorgten für einen abwechslungsreichen Abend.

Für einen weiteren kurzweiligen Abend sorgte die gut besuchte szenische Lesung von Rainer Iwersen und Chris Alexander, beide Gründungsmitglieder der Bremer Shakespeare Company. Unter dem Titel „Shakespeare’s Zitronenfalter – oder was will Shakespeare uns damit sagen?“ entwickelten die beiden Schauspieler einen ebenso unterhaltsamen wie kenntnisreichen Dialog über Sprachkunst, die Herausforderungen literarischer Übersetzungen und die ungebrochene Faszination, die die Werke William Shakespeares bis heute ausüben.

Als einziger Programmpunkt außerhalb Worpswedes stand eine Führung durch die Janusz-Korczak-Geschwisterbücherei in Lilienthal-Worphausen auf dem Programm. Die Bibliothek mit ihrem Bestand von rund 6.000 Büchern fand bei den Teilnehmenden großen Anklang.

Ebenfalls der Einladung zu den Worpsweder Literaturtagen gefolgt war Nora Bossong. Die 1982 in Bremen geborene und heute in Berlin lebende Autorin schreibt Lyrik, Romane und Essays und wurde für ihr Werk vielfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem Joseph-Breitbach-Preis, dem Thomas-Mann-Preis und dem Elisabeth-Langgässer-Literaturpreis. Am Donnerstagabend las sie vor voll besetztem Haus aus ihrem 2024 im Suhrkamp Verlag erschienenen Roman „Reichskanzlerplatz“. Das Werk zeichnet ein eindringliches Porträt der späteren Magda Goebbels sowie ihres jungen Liebhabers und beleuchtet die politischen und gesellschaftlichen Verwerfungen der Zeit.

Mit seinem 2025 im Klett-Cotta Verlag erschienenen Spiegel-Bestseller „Das Deutsche Demokratische Reich – Wie die extreme Rechte Geschichte und Demokratie zerstört“ im Gepäck hielt der Historiker Dr. Volker Weiß einen spannenden und kenntnisreichen Vortrag. Darin beleuchtete er das Ringen um kulturelle Deutungshoheit sowie die geschichtspolitischen Strategien der sogenannten „Neuen Rechten“. Im Anschluss stellte sich der Autor den Fragen des Publikums und lud zu einer offenen Diskussion ein, von der die zahlreichen Besucherinnen und Besucher rege Gebrauch machten.

Am Samstag schließlich war der gebürtige Österreicher Norbert Gstrein, der heute in Hamburg lebt, mit seinem erst im Februar dieses Jahres im Hanser Verlag erschienenen Roman „Im ersten Licht“ in der Bötjer’schen Scheune zu Gast. Der vielfach ausgezeichnete Autor, der unter anderem den Alfred-Döblin-Preis, den Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung, den Uwe-Johnson-Preis, den Österreichischen Buchpreis 2019, den Düsseldorfer Literaturpreis sowie den Thomas-Mann-Preis erhielt, zog das aufmerksame Publikum von Beginn an in seinen Bann.

Auch die beiden Lesungen mit Autorin und Autor der Edition Temmen, die am Festivalwochenende im Open Space an der Bergstraße stattfanden, stießen auf einiges  Interesse: Lucia Gefken las nicht nur aus ihrem Buch „Meine Nordpfade oder: Es muss ja nicht gleich der Jakobsweg sein“, sondern berichtete auch auf sympathische und lockere Weise von ihrem Einstieg in die Leidenschaft des Wanderns.

Für zahlreiche heitere Momente sorgte zudem der Journalist Bernd Meier, vielen Leserinnen und Lesern durch seine langjährige und beliebte Kolumne „Tach auch“ im Weser-Kurier bekannt. Bei der Lesung aus seinen gleichnamigen Büchern brachte er das Publikum mit seinen pointierten Beobachtungen und humorvollen Geschichten immer wieder zum Schmunzeln.

Auch die weiteren Programmpunkte stießen auf großes Interesse. So war die literarische Ortsführung „Von Rilke bis Rinke“ mit Gästeführerin Daniela Platz bereits im Vorfeld ausgebucht und führte 20 Teilnehmende auf die Spuren bedeutender Schriftstellerinnen und Schriftsteller in Worpswede.

Das Angebot „Der Wortschatz“ der Tanzpädagogin Stefanie Katzer für Kinder ab vier Jahren erfreute sich ebenfalls großer Beliebtheit. Trotz des frühen Termins an einem Werktag nahmen 17 Kinder an der Veranstaltung teil.

Auch der Graphic-Novel-Workshop brachte beachtliche Ergebnisse hervor. Für eine mögliche Neuauflage wäre jedoch eine andere Terminierung sinnvoll, um insbesondere Jugendlichen die Teilnahme zu erleichtern.

Am Festivalwochenende wurde der Büchermarkt in der Scheune durch zusätzliche Marktstände erweitert. Zu den Ausstellenden gehörten die Kunstschule Paula mit einem Kunstprojekt zur Buchkunst für Kinder und Jugendliche, Barbara Kern mit Künstlerbüchern von Jörg Peter Spettstößer sowie die Edition Temmen, die Einblicke in ihre Verlagsarbeit gewährte. Die Buchbinderin Teresa Schlosser stellte zudem ihr traditionelles Handwerk vor und erläuterte den Besucherinnen und Besuchern die Kunst der handwerklichen Buchherstellung. Auch das Worpsweder Antiquariat von Ian Bild war vertreten. Wer wollte, konnte außerdem die Worpsweder Autorin Angelika Sinn in ihrem Wahrsagemobil vor der Bötjer’schen Scheune besuchen und sich einen Blick in die eigene literarische Zukunft werfen lassen.

Den Abschluss der Literaturtage bildete eine Podiumsdiskussion über die Zukunft des Buches in Zeiten der künstlichen Intelligenz und des Verschwindens der Lektüre von Texten auf Papier

An allen sieben Festivaltagen standen der Bücherverkauf und das Buchcafé den Besucherinnen und Besuchern auch außerhalb der Veranstaltungszeiten offen und luden zum Verweilen, Stöbern und Austausch ein. Möglich wurde dieses umfangreiche Angebot nur durch den außergewöhnlichen Einsatz der ehrenamtlich engagierten Mitglieder der Büchergruppe sowie des Fördervereins der Stiftung Worpswede. Mit ihrem großen Engagement trugen sie maßgeblich zum Gelingen der Worpsweder Literaturtage bei.

Stimmen von Besuchern zu den Worpsweder Literaturtagen:

„So etwas hat in Worpswede noch gefehlt. Das müsst Ihr unbedingt wiederholen!“

„Euch allen meinen großen Dank für die Arbeit, das Engagement, die Mühen, für

die Organisation der Literaturtage. Ihr alle habt DEN GEIST nach Worpswede

geholt. Was gestern und heute Abend geboten wurde, ist einfach wunderbar

und nicht zu toppen! Und dann auch noch Bücherverkauf nach Gewicht!“

„danke für die gute Worpswede-Nachricht, daß diese gloriosen Literaturtage mit der Abenddiskussion gut zu Ende gegangen sind und dass alles bis zum Schluß gut geklappt hat…. Aber eigentlich lebe ich immer noch in diesen traumhaften Tagen in Worpswede, in diesem strahlenden Frühlingssonnengrün , mit diesen vielen Anregungen und Erlebnissen und mit diesen mannigfach interessanten Leuten. ….Und was für eine Menge von Arbeit ihr darein gesteckt habt ! Und was für

eine lebendige Atmosphäre dabei rausgekommen ist! Einfach phantastisch

und unvergesslich. Und nicht zu vergessen: Was für ein wunderbares Team von Helfern und Mitstreitern! Eure Autoren waren klug ausgewählt, – das fanden glaub ich alle.“

„welch großartiges, abwechslungsreiches Potpourri an unterschiedlichen Veranstaltungen an diversen Orten für verschiedene Literaturfreund*innen, auch mal etwas „über den Tellerrand“ von herkömmlichen Lesungen hinaus. Immer gab es Raum für interessante Begegnungen und Gespräche. Fazit: Die Worpsweder Literaturtage sind jetzt schon eine Institution, aus der Nummer kommt Ihr nicht mehr raus 😉!“

„… und es verdient meine Hochachtung, dass euch das alles in nur wenigen Monaten gelungen ist – angefangen von der Konzeption, der Gewinnung solcher namhaften Autoren, der Finanzierung bis hin zu der komplexen organisatorischen Umsetzung dieses Vorhabens. Herzlichen Dank dafür, welch ein Gewinn für Worpswede!

„ich hatte den Festivalpass und habe an 4 Veranstaltungen teilgenommen, alle waren super, besonders positiv überrascht hat mich der Poetry Slam“

Stimmen der Autoren:

„vielen Dank für die schöne Zeit in Worpswede! Herzliche Grüße, auch an das übrige Team!“ Nora Bossong, 08.05.26 per Mail

„Diese Woche war im Lande, in der Heimat, in Worpswede. Ich habe die ersten Worpsweder Literaturtage eröffnet – die es jetzt alle zwei Jahre geben wird  – und mich verliebt. Nicht nur in eine Worpswederin, sondern in den ganzen Ort …„

Moritz Rinke in seiner Kolumne Rinkes Rauten im Weser Kurier am 09.05.2026

Radiobeitrag:

„Worpswede, die nordische Metropole für Malerei. Gefühlt war das schon immer so. Das könnte sich jetzt ändern. … 7 Tage lang dreht sich in Worpswede scheinbar alles um die Literatur. Es gibt Lesungen, Diskussionen, einen Zeichenworkshop für Grafik Novels, einen Büchermarkt und ein Büchercafé. Wird Worpswede also zukünftig tatsächlich auch zur nordischen Metropole für Literatur? … „

Auszug aus dem Kulturtipp bei Radio Bremen 2, mehrfach gesendet

Zum Gelingen der Veranstaltung haben viele engagierte Helferinnen und Helfer beigetragen. Unser herzlicher Dank gilt der Büchergruppe rund um das Organisationsteam mit Kathrina Hanstein-Moldenhauer, Bernd Moldenhauer, Bärbel Tannert und Wolfgang Temme sowie dem Team des Fördervereins des Stiftungsladens um Claudia Bayer.

Wir bedanken uns ausserdem herzlich bei den Förderern durch deren Unterstützung das Projekt möglich gemacht wurde.

   

       

 

Sanierungsfortschritt am Niedersachsenstein

Es tut sich was am Niedersachsenstein …
Hinter der schützenden Hülle schreitet die Sanierung voran – die ersten Bereiche sind bereits erneuert.
Am Dienstag, 6. Oktober 2026, 19 Uhr lädt die Stiftung zu einer Informationsveranstaltung in die Bötjer’sche Scheune ein.

Was können Sie tun?

Ob mit Ihrem Engagement im Freundeskreis, mit Diensten und Sachspenden für den Stiftungsladen oder in Form von Geldzuwendungen: Sie können die Arbeit der Stiftung Worpswede auf vielfältige Weise unterstützen.

Veränderungen gemeinsam gestalten, Traditionen leben

Multimedialer Vortrag am Donnerstag, 05.11.2026, um 19 Uhr in der Bötjerschen Scheune
mit dem renommierten Unternehmensberater und Coach Guus van der Upwich 

Bücher entdecken, Kuchen genießen

Die Stiftung Worpswede lädt wieder zum traditionellen Büchermarkt und Kuchenbüfett
am 21. & 22. November 2026,
jeweils von 11–18 Uhr, in die Bötjer’sche Scheune ein.

Der inklusive Waldspielplatz – Die Sanierung startet

Im Herbst starten die Arbeiten für unser jüngstes Projekt:

Mit Kletterturm, Rutsche, Schaukeln, Wasserspiel und vielen weiteren Spielmöglichkeiten entsteht am Standort des heutigen Spielplatzes am Rande der Marcusheide ein besonderer Ort, an dem alle Kinder gemeinsam spielen, entdecken und spannende Abenteuer erleben können.

Rettungsstreifen für den Lämmersalat – ein voller Erfolg

Ein kleiner Rettungsstreifen auf dem Weyerberg sorgt für große Freude: Einige Hundert Exemplare des stark gefährdeten Lämmersalats blühten in diesem Sommer und produzierten tausende Samen.

Bücherstand beim Bauernmarkt

Unsere Büchergruppe war auch in diesem Jahr beim traditionellen Bauernmarkt vertreten. Mit dem Verkauf konnte ein Erlös von über 600 € für die Projekte der Stiftung Worpswede erzielt werden.

Open Space in der Bergstraße

Ein Ort für alle: Der „Open Space“ hat sich seit seiner Einweihung im vergangenen Jahr bewährt und wird vielfältig genutzt.